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Olaf Schulze: Weniger Atommüll bedeutet auch weniger Transporte

Veröffentlicht am 29.01.2011, 14:42 Uhr     Druckversion

"Der Transport von Atommüll ‑ egal ob auf der Straße, der Schiene oder auf dem Wasser ‑ ist eine große Gefahr für die Menschen in unserem Land. Es ist schon bedenklich und in höchstem Maße gefährlich, dass in Schleswig-Holstein von 2000 bis heute insgesamt rund 2.400 Transporte, die im Zusammenhang mit der Nutzung der Atomenergie zur Stromproduktion standen, durchgeführt worden sind.
Auslöser für den vorliegenden Antrag der Linken war der im Sommer letzten Jahres geplante Castor-Transport von 951 Brennelementen, die ursprünglich aus dem DDR-Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden stammen, vom Zwischenlager Ahaus (NRW) über 4.000 km in das russische Atomkombinat Majak. Da die Voraussetzungen für eine schadlose Verwertung der Brennelemente nicht gegeben waren, wurde der Transport von Umweltminister Röttgen im Dezember gestoppt. Die generelle Frage des Transports von Atommüll in unsichere Zielgebiete bleibt aber aktuell.

Für mich steht fest, dass eine billige Entsorgung von Atommüll aus Deutschland in andere Länder keine Lösung dieses Problems sein kann. Jedes Land der Welt muss seine Atommüllendlagerung selber organisieren. Aus diesem Grunde können wir uns zwar dem Appell im Antrag an die Landesregierung, aber nicht dem Beschlussvorschlag anschließen. Wenn wir nicht in jedem Bundesland ein eigenständiges Endlager für alle Sorten von Atommüll schaffen wollen, muss weiter der Atommüll von den Zwischenlagern auch an unseren drei Atomkraftwerken abtransportiert werden können. Ein vollständiger Ausschluss über das schleswig-holsteinische Gebiet ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll.

Unabhängig von der Frage, über welche Transportmittel und auf welchen Strecken Atommüll durch unser Land transportiert wird, dürfen wir nicht den Kern des Problems aus den Augen verlieren: Nur weniger Atommüll reduziert wirklich die Atommülltransporte. Schade, dass die Bundesregierung und große Teile dieser Landesregierung dies anders sehen und die Atomlaufzeiten bis in ungewisse Zukunft verlängert haben. Aber ich hoffe, dass die Gerichte oder eine neue Bundesregierung hier den unter Rot-Grün geschaffenen Ausstieg aus der Atomenergie wieder herstellen werden."

Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein
Rede von Olaf Schulze, MdL, TOP 21, Atommülltransporte durch schleswig-holsteinisches Gebiet (Drucksache 17/1092)

Homepage: SPD Herzogtum Lauenburg

 
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