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Milcherzeuger nach dem Auslaufen der Quote nicht im Regen stehen lassen!
Herausgeber: Ulrike Rodust, MdEP am: 15.02.2012, 13:02 Uhr

Stra├čburg: Milcherzeuger in ganz Europa k├Ânnen sich k├╝nftig zu Erzeugerorganisationen zusammenschlie├čen, die stellvertretend f├╝r sie Preisverhandlungen mit den verarbeitenden Betrieben f├╝hren k├Ânnen. Eine entsprechende Regelung zur Verbesserung der Verhandlungsposition von Milchbauern ist Bestandteil der Verordnung zu den Vertragsbeziehungen im Milchsektor, der das Europ├Ąische Parlament am Mittwoch mit Mehrheit zugestimmt hat.
ÔÇ×Die jetzt beschlossene Verordnung allein wird allerdings nicht ausreichen, um nach dem Auslaufen der Quote f├╝r faire Milchpreise zu sorgenÔÇť, betonte die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust am Rande der Abstimmungen in Stra├čburg. Der nach Trilog-Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen gefundene Kompromiss, stelle noch keine ausreichende St├Ąrkung der Milcherzeuger dar.

ÔÇ×Ich h├Ątte mir sehr gew├╝nscht, dass wir verpflichtende Vertr├Ąge zwischen Milcherzeugern und -abnehmern in allen Mitgliedstaaten h├Ątten durchsetzen k├Ânnen, um so die Position der milcherzeugenden Betriebe wirklich st├Ąrken zu k├Ânnen. Die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission haben sich jedoch dagegen mit H├Ąnden und F├╝├čen gewehrt ÔÇť, erl├Ąuterte die agrarpolitische Expertin der SPD-Europaabgeordneten.

Der Kompromiss sieht nun vor, anders als vom Parlament gefordert, dass jeder EU-Mitgliedsstaat selbst entscheiden soll, ob er eine Pflicht zum Vertragsabschluss einf├╝hrt oder nicht. In den EU-Staaten, in denen eine Vertragspflicht gelten soll, m├╝ssen Milcherzeuger und Abnehmer in den vorab abgeschlossenen Vertr├Ągen Preis und Menge f├╝r Rohmilch sowie die Laufzeit festlegen. Die Mindestdauer der Vertr├Ąge betr├Ągt dabei sechs Monate. Damit sollen Landwirte Planungssicherheit erhalten und Molkereien besser mit den Mengen kalkulieren k├Ânnen.

Nachdem ein besseres Ergebnis nicht gegen Rat und Kommission durchsetzbar war, sind nach Ansicht von Rodust nun gerade kleine und mittlere Familienunternehmen darauf angewiesen, dass die EU-Politik sich weiter f├╝r sie einsetzt, um nicht den Milchabnehmern und dem Einzelhandel schutzlos ausgeliefert zu sein. ÔÇ×Deshalb m├╝ssen wir daf├╝r sorgen, dass bei der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik gerade kleinere und mittlere Milcherzeuger ber├╝cksichtigt werden. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die weiterhin eine Milchproduktion auch in weniger beg├╝nstigten Gebieten erm├ÂglichenÔÇť, so die Sozialdemokratin weiter.

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