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Lesung und Diskussionsabend mit Günter Grass, 17. September 2013, Lauenburg

Veröffentlicht am 20.09.2013, 12:28 Uhr     Druckversion

Am Abend des 17. September hatte SPD-Bundestagskandidatin Dr. Nina Scheer den Nobelpreisträger für Literatur Günter Grass zu Gast. Die als Lesung mit Diskussionsabend in der lauenburgischen Heinrich-Osterwold-Halle ausgerichtete Veranstaltung besuchten über 170 - unter ihnen auch zahlreiche junge - Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Den Lese- und Diskussionsabend erklärte Günter Grass als Unterstützung der Kandidatur von Nina Scheer. Günter Grass zählt auch zu den Erstunterzeichnern der vor wenigen Tagen in Regionalzeitungen und online-Medien erschienenen Wählerinitiative für Nina Scheer. Er habe bereits ihren Vater, Hermann Scheer, als Visionär und Vorkämpfer für Erneuerbare Energien sehr geschätzt. Grass erinnerte dabei an die gemeinsame Ehrung in Stockholm, als im Jahr 1999 zeitgleich zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur an ihn der Alternative Nobelpreis an Hermann Scheer verliehen wurde. Er, Grass, begrüße es sehr, dass Nina Scheer mit ihrer Expertise und ihrem Engagement für die Energiewende nun in die Fußstapfen ihres Vaters trete.

Für die Lesung hatte Günter Grass eine Passage aus seinem Werk „Der Butt“ gewählt. Der 1977 erschienene Roman geht auf die Rolle von Mann und Frau, aber auch menschliche Antriebe für politisches Wirkens ein. Nina Scheer gab einige gelesene Zitate wieder, verknüpft mit der Frage, inwiefern hierin die Aussage getroffen werde, erst die Not treibe Menschen zu politischem Agieren. Günter Grass ging hierauf mit Kritik insbesondere an den Medien ein, insofern sie sich auf unpolitische Häme konzentrierten, statt die drängenden Herausforderungen der Zeit und die sehr wohl unterscheidbaren Lösungsansätze der verschiedenen Parteien und politischen Akteure aufzugreifen.

Ein Teilnehmer erklärte als die größte Not der Gesellschaft den Werteverfall, wie er etwa in Bezug auf Drohnen offenbar werde, die Hinrichtungen ohne Urteil vollzögen. Scheer ermahnte, auch mit Blick auf Syrien die Verfassungswerte und Menschenrechte zur wahren. Jedwede Intervention müsse sich auf der Grundlage eines Mandats der Vereinten Nationen und über Friedensförderung definieren: „Vergeltungs- bzw. Strafaktionen, erfüllen keine Friedensmission“, so Scheer. Eine weitere Diskrepanz zwischen Verfassungswerten und Praxis sei vor unserer Haustür zu finden, ergänzte Scheer. Auf Grundlage des Bundesberggesetzes werde bis heute Kohleabbau und Fracking genehmigt bzw. seien Genehmigungen nicht auszuschließen. Hierbei werde der Verlust ganzer Dörfer trotz eines entgegengesetzten verfassungsrechtlich verankerten Staatsziels Umweltschutz in Kauf genommen. Scheer erklärte, sich im Bundestag für eine entsprechende Änderung des Berggesetzes und ein Verbot von Fracking einsetzen zu wollen.

Auf die ebenfalls in dem Roman ‚Der Butt’ angelegte Frage, welche Bedeutung die Geschichte für Politik biete, unterstrich Grass die Unverzichtbarkeit historischer Zusammenhänge für politische Gestaltung. Insofern sei gute Bildung und chancengleicher Bildungszugang eine Grundvoraussetzung für Demokratien.

Homepage: Nina Scheer, MdB


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